An über zehn Orten bundesweit gibt es heute unter dem Motto „Da bahnt sich was an“ Proteste gegen die bevorstehenden Castor-Transporte aus den Plutoniumfabriken Sallafield und La Hague nach Deutschland. Vor dem AKW Brokdorf machten rund ein Dutzend Aktive deutlich, dass sie sich sowohl den anstehenden Transporten hochradioaktiver Abfälle als auch einer Rückkehr der Debatte um Laufzeitverlängerungen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes entschieden in den Weg stellen werden.

Brokdorf ist neben Phillipsburg, Isar und Biblis einer der Standorte zu denen die Abfälle transportiert und dann dort gelagert werden sollen. Verantwortung zu übernehmen müsste zuallererst bedeuten die Produktion weiterer solcher Abfälle umgehend zu beenden. Außerdem ist jede Verschiebung an sogenannte Zwischenlager eine Gefährdung und gaukelt eine Problemlösung vor. Aber die haben wir nicht.

Das AKW Brokdorf an der Elbe ist durch eine Art Burggraben gesichert, der Proteste abhalten soll. Doch genau auf diesem Burggraben protestieren die Demonstrierenden heute mit Kanus. Die Atomkraft sei wie ein Zombie, ein lebender Toter, der immer wieder versuchen würde aufzustehen. Um das zu verdeutlichen trugen einige der Aktiven Zombiemasken.

Gegen die anstehenden CASTOR-Transporte hat sich ein bundesweites Protestbündnis CASTOR-stoppen gegründet. Dieses gemeinsame Bündnis aus der Anti-AKW-Bewegung und Klimagruppen steht unter dem Motto „Atomausstieg und Energiewende: es ist noch lange nicht vorbei!“.
Weitere Informationen unter: www.castor-stoppen.de

Der erste Transport soll im ersten Halbjahr 2020 aus der Plutoniumfabrik Sellafield in England nach Biblis stattfinden. Kurz vor Weihnachten hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die Einlagerungsgenehmigung für sechs CASTOR-Behälter im Zwischenlager am AKW Biblis erteilt. Es fand auch bereits ein Castor-Probetransport nach Biblis statt. Damit steht einem hochradioaktiven Atommülltransport aus dem britischen Sellafield nach Hessen nur noch die Erteilung der Transportgenehmigung im Weg.

Bilder: feinfrisch.net
Update mit Fotos von der Tour: Bei der Brennelementour wurden zahlreiche Menschen an die Katastrophe von Fukushima erinnert.


11. März 2011 – Erdbeben und Tsunami in Japan. Auch das Atomkraftwerk in Fukushima ist betroffen, es gibt Explosionen, ein paar Tage später ist klar: Ein erneuter Super-GAU, 25 Jahre nach Tschernobyl. Am 11.3. gedenken wir der Opfer der Fukushima-Katastrophe, die immer noch andauert. Aktuell wird diskutiert, ob die riesigen Mengen radioaktiver Abwässer, die immer noch bei der Kühlung der atomaren Unfallstelle entstehen, im Meer verklappt werden und ob trotz immer wieder gefundener radioaktiver Hotspots in der Umgebung die Menschen in die verseuchte Umgebung zurück kehren sollen. Währenddessen steigen die Krebsraten.

Auch hier in Schleswig-Holstein sind wir nicht weit von Katastrophen entfernt: Das AKW Brokdorf läuft immer noch und in weniger als zwei Jahren sollen die ersten von sieben Castoren mit Atommüll aus dem britischen Sellafield ins Zwischenlager des Atomkraftwerkes Brokdorf rollen. Niemand weiß, wo dieser radioaktiv strahlende Müll auf lange Sicht bleiben soll, das Problem ist schlichtweg nicht lösbar. Vom Atomgelände in Brokdorf wird also für viele viele Jahrzehnte eine tödliche Gefahr ausgehen.

Wir fordern, dass erst alle Atomanlagen tatsächlich abgeschaltet sein müssen, bevor über den Verbleib der radioaktiven Hinterlassenschaft verantwortlich nachgedacht werden kann. Es ist skrupellos, den Müll hin- und her zu transportieren, um ihn in Brokdorf oder anderswo zwischenzulagern, solange verantwortungslos die AKW noch weiterlaufen. Atom-Transporte (dazu gehören Castoren) sind die Achillesferse des noch laufenden Atombetriebs.

Täglich werden auf der Ostsee, dem Kanal, mit der Bahn und auf den Straßen nicht nur Brennelemente, sondern auch Uranhexafluorid, Yellow Cake (Ausgangsstoff für die Uranherstellung) und radioaktive Abfallprodukte hin-und hertransportiert. Auch die Herstellung von Brennelementen in Lingen ist gefährlich, zeigte jüngst ein Brand in der Anlage im Dezember, trotzdem wird unbefristet weiter produziert. Die Stenaline transportiert LKW mit radioaktivem Material auf ihren Fähren. Der schwach radioaktive Bauschutt aus den abgerissenen AKW soll letztendlich zu Deponien vor unserer Haustür gefahren werden.

Aus diesen Gründen fahren wir am Fukushima-Jahrestag mit einem nachgebauten Brennelemente durch Kiel und zeigen: Atomkraft und Atomkatastrophen betreffen uns alle! Für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen im Gedenken an die Opfer von Fukushima!

Treffpunkt: Mo, 11.3.2019  um 15 Uhr Exerzierplatz 

Die drohenden Castor-Transporte waren der Anlass für eine Tour mit Brennelement durch Kiel. Mit dem immer mal wieder rauchenden Brennelement konnte von der Atomtransport GmbH, der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (wie bei allen Atomanlagen) viel Aufmerksamkeit erzeugt werden. Laut tönte das „Machen Sie Platz für Atomtransporte“ quer durch Kiel. Auf einer etwa 8km langen Route von Vienetaplatz über Hörnbrücke an der Kiellinie entlang bis zum Landtag und zurück über die Holtenauer Straße sahen viele Passant*innen den ungewöhnlichen Zug.

Wenig bemerkt von der Öffentlichkeit finden auch durch Kiel immer wieder Transporte mit radioaktiven Stoffen statt, meist per Schiff durch den Nord-Ostsee-Kanal. Zum einzig noch laufenden AKW in Schleswig-Holstein, in Brokdorf, sollen 2019/2020 zusätzlich sieben Castorbehälter mit mittel- und hochradioaktiven Atommüll aus Sellafield (England) gebracht werden. Dort lagern sie dann ungeschützt dauerhaft in einer Halle. Die Frage einer sicheren Endlagerung von Atommüll ist ungelöst und auch nicht lösbar. Deshalb wird vom Atomgelände in Brokdorf auch nach dem Abschalten 2021 durch die eingelagerten Castoren weiterhin für viele Jahrzehnte eine tödliche Gefahr ausgehen. Nach der Tour durch Kiel ist dies jetzt wohl einigen Menschen mehr bewusst als vorher.



Die BI Kiel gegen Atomanlagen ruft genauso wie andere Anti-Atom-Gruppen mit der Aktion auch weiter zu Aktionen gegen Castor- und andere Atomtransporte auf. Der Betrieb von den Atomkraftwerken muss sofort beendet werden, genauso wie die Versorgung der weltweiten Atomindustrie mit Brennstoff aus den Uranfabriken in Gronau und Lingen. Ein Weg dazu ist der Stopp sämtlicher Atomtransporte. Werdet auch ihr aktiv!







Passend zum aktuellen Brennelementewechsel in Brokdorf forderten am heutigen Montag (16.4.2018) Anti-Atom-Initiativen die sofortige Stilllegung des AKW. Symbolisch rauchte ein überdimensionales Brennelement der BI Kiel gegen Atomanlagen vor dem Kieler Umweltministerium.

Mit dem rauchenden Brennelement werden die stark oxidierten Brennelemente thematisiert, die bei der letzten Revision des AKW Brokdorf gefunden wurden. Offensichtlich funktionierten sie nicht wie geplant. Trotz ungeklärter Ursache erlaubte Umweltminister Habeck im letzten Herbst das Wiederanfahren des Reaktors. „Wenn niemand weiß, was in diesem Reaktor vor sich geht ist es unverantwortlich, zu erlauben, dass Brokdorf wieder ans Netz geht“ erklärt Andrea Rausch von der BI Kiel gegen Atomanlagen, „Wir fordern, den jetzigen Brennelementewechsel zu nutzen, um das AKW endgültig stillzulegen. Wir wollen nicht auf die nächste Atomkatastrophe warten.“

Der Atomreaktor in Brokdorf ist weder sicher noch wird er gebraucht. Er behindert den Ausbau erneuerbarer Energien, weil er nicht schnell herunter geregelt werden kann, wenn gerade viel Wind verfügbar ist. Stattdessen müssen dann Windräder vom Netz gehen, während das AKW Atommüll für kommende Generationen produziert. Die Anti-Atom-Initiativen treten dagegen ein für eine Welt ohne Atomkraft, ohne Kohleverstromung aber mit erneuerbaren, dezentral organisierter Energie in gemeinschaftlicher Hand, in welcher die Bedürfnisse von Mensch und Natur und nicht die Profitinteressen von RWE und EON handlungsbestimmend sind.




Weitere Bilder bei Klick auf die Artikelüberschrift:

Uranzug für 17 Stunden blockiert

Eingestellt von Igel On 21:49 0 Kommentare
Vom 5. bis 6. Oktober 2017 wurde kurz vor der Urananreicherungsanlage in Gronau ein Uranzug für 17 Stunden durch zwei Betonblöcke und darin Angekettete blockiert - mit Beteiligung von Anti-Atom-Aktiven aus Schleswig-Holstein. Hier dokumentieren wir einen Erfahrungsbericht von einigen Beteiligten.


Wir haben euren Zug gefangen…

Mensch nehme: Eine handvoll entschlossener Menschen, einen Zulieferungstransport für die Urananreicherungsanlage in Gronau, zwei Betonblöcke und sechs Schlösser.
Unfreiwillig kommen dann noch doppelt so viele Bullen wie nötig seien könnten um sechs angekettete Menschen am Weglaufen zu hindern, das THW, die Feuerwehr und das DB Schienenpersonal dazu.
Und schon gibt es inkompetente Einsatzführung, jede Menge technisches Spielzeug, wenig durchdachte Räumung und 17-stündige Zugverspätung. Tretende Sanitäter inklusive.

Am 5.10.2017, gegen 17:45 gelang es jeweils drei Menschen sich vor und hinter einen mit Uranhexafluorid (UF6) beladenen Zug auf dem Weg in die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau in einem Betonblock anzuketten. Wir fingen den Zug, mitsamt seiner menschen- und umweltverachtenden Fracht, damit er auch keine Ausweichsroute nehmen konnte. Die Bullen reagierten auf die Unterbrechung ihrer entspannten Nachtschicht und dem erzwungenen Verzicht auf ein Fußballspektakel (Irland vs. Deutschland) mit mit Rechtsbrüchen, verachtenden Bemerkungen und aggressivem Verhalten.

Anti-Atom-Aktivistin in Haft

Eingestellt von Matthias Zimmermann On 08:34 0 Kommentare
Am Donnerstag letzter Woche, 12.5.2017,  hat die Anti-Atom-Aktivistin Hanna eine mehrwöchige Haft in Hildesheim angetreten. Weil sie sich weigert, eine wegen einer Ankettaktion gegen sie verhängte Strafe von 1650 Euro zu zahlen ist die Aktivistin nun in Haft. Hintergrund ist die Blockade eines Transportes mit abgereichertem Uranhexafluorid 2012 auf der Bahnstrecke zwischen der Urananreicherungsanlage in Gronau und Münster.

Der Haftantritt wurde von etwa 30 solidarischen Menschen begleitet, die mit zahlreichen Anti-Atom-Transparente gekommen waren. Noch bis morgen wird es eine Kundgebung vorm Knast in Hildesheim geben, auf der es die Möglichkeit gibt, direkt Postkarten zu schreiben. Auch wenn der JVA-Leiter Oliver Weßels bei der letzten Anti-Atom-Aktivistin, die wegen einer Atomtransportblockade eine Erzwingungshaft antreten sollte, das Bußgeld bezahlte, ist das dieses Mal nicht zu erwarten. Ihr dürft ihn aber gerne dazu auffordern.
Hanna begründet ihre Entscheidung; „Natürlich könnte ich die Geldstrafe auch zahlen, aber das würde die Strafe schlicht weniger sichtbar machen.

Das Landgericht Münster hatte die höchste je für Ankettaktionen verhängte Strafe beschlossen – es ist mir wichtig, dies wenigstens publik zu machen.“. Am vorliegenden Fall wird offensichtlich, dass Strafe und Einsperren weder der Gesellschaft noch den Verurteilten helfen, sondern es viel mehr um die Demonstration staatlichen Machtmonopols geht. Deshalb werden auch weiterhin Anti-Atom-Aktivist*innen gegen Polizei, Justiz, Strafe und Gefängnisse aktiv werden, welche die Durchsetzung von gesellschaftlich umstrittenen Projekten wie Atomkraft erst ermöglichen.

Hanna freut sich über solidarische Post. Sie wird vermutlich vier Wochen der Strafe in Höhe von 110 Tagessätzen absitzen – zur Bezahlung des Rests sind auch Spenden willkommen. Aktionen gegen Atomkraft, Staat, Polizei und Justiz bleiben natürlich die beste Solidarität – veröffentlicht also gerne eure Aktionen.

Weitere Infos:
http://nirgendwo.info/
http://nirgendwo.info/blog/2017/05/13/presseschau-zum-haftantritt/
http://nirgendwo.info/blog/2017/05/11/hanna-im-knast/

Adresse für Post:
Hanna Poddig
JVA Hildesheim
Godehardplatz 7
31134 Hildesheim
Spendenkonto:
Konto „Spenden & Aktionen“
IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC-Swift: VBMHDE5F
Betreff: Anti-Atom-Antirepression (wichtig anzugeben)

Heute früh haben Aktivist*innen von ContrAtom, Robin Wood und der BI Kiel gegen Atomanlagen die Schließung des Atomkraftwerks Brokdorf selbst in die Hand genommen und verhindern die Arbeiten zum Wiederanfahren des Reaktors. Seit den frühen Morgenstunden sind die beiden Einfahrten des AKW nicht mehr passierbar. Die Aktivist*innen fordern anlässlich des Fukushima-Jahrestages die sofortige Schließung aller Atomanlagen weltweit. In den letzten Wochen war während der Revision des AKW Brokdorf herausgekommen, dass die Brennelemente außergewöhnlich starke Oxidschichten gebildet hatten. Daran wird wieder einmal deutlich, dass niemand die Prozesse im Reaktor auch nur nachvollziehen kann – auch vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, die Abschaltung des von PreussenElektra (vormals E.ON Kernkraft GmbH)  betriebenen Kraftwerks auf 2021 zu datieren. Von Atomausstieg kann nicht die Rede sein, wenn das AKW durch den sogenannten Normalbetrieb Tag für Tag die Umwelt radioaktiv verseucht, bis 2021 weiter Atommüll produziert und die dauernde Gefahr eines Unfalls mit unbeherrschbarer Freisetzung radioaktiver Stoffe besteht.

Die Tore werden mit einem Dreibein, auf dem sich ein Mensch befindet, und zwei Betonfässsern, an denen Menschen angekettet sind, versperrt. „Wer von Atomausstieg spricht, darf diesen nicht irgendwann in die Zukunft verlegen. Atomanlagen sind jeden einzelnen Tag gefährlich und können jederzeit zu einem Desaster wie in Fukushima oder Tschernobyl führen. Jetzt hat sich wieder gezeigt, dass auch das AKW Brokdorf nicht kontrolliert werden kann“, sagt Aktivistin Marita.
veröffentlicht am 02.03.2017

Am 11. März diesen Jahres jährt sich die schreckliche Atom-Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zum sechsten Mal.
Unzähligen Menschen hat dieses verheerende Ereignis das Leben gekostet, etliche mussten die Region für immer verlassen und bis heute erkranken unschuldige Menschen durch die weiterhin akute Strahlung – nicht nur bei den noch mindestens 40 Jahre andauernden Aufräumarbeiten.

Täglich werden Hunderte Tonnen Kühlwasser in die zerstörten Reaktoren geleitet, die anschließend auch ins Grundwasser gelangen und abgepumpt werden müssen, um einen Austritt ins Meer zu verhindern. Dieses Wasser wird dann in minderwertigen Tanks, die schon nach wenigen Jahren undicht werden können, auf riesigen Arealen gelagert, andere verstrahlte Materialien werden in einfachen schwarzen Müllsäcken in Wohngebieten und entlang der japanischen Küste gesammelt. Neben Platzproblemen sind Menschen tagtäglich einer unmittelbaren Strahlung ausgesetzt und ein Tsunami könnte die Müllsäcke mühelos ins Meer spülen. Dabei ist kaum absehbar, was das für Folgen hätte.

Und was machen Tepco, das Betreiberunternehmen des Atomkraftwerks, sowie die japanische Regierung? Mit allen Mitteln versuchen sie diese katastrophalen Zustände herunterzuspielen und zu vertuschen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass sich die direkten Kosten durch den Super-GAU von Fukushima auf schätzungsweise 180 Milliarden Euro summieren werden – also fast doppelt so teuer wie noch 2013 angenommen. Alle Zahlen sind nur vorläufig, indirekte Belastungen wie etwa gestiegene Gesundheitskosten sind in der Rechnung gar nicht erfasst. Die Regierung trägt diese Kosten durch Aufnahme weiterer Kredite, wobei schon heute klar ist, dass Tepco diese Gelder nie zurückzahlen wird und damit trotz jahrzehntelanger eingefahrener Profite aus der Verantwortung entlassen wird.
Die Liste der Probleme und Vertuschungen ist noch viel länger, als hier in aller Kürze darstellbar.

Und was passiert hierzulande? Acht Atomkraftwerke sind trotz mahnender Beispiele wie Fukushima oder Tschernobyl noch immer bis teils 2022 am Netz – und womöglich noch darüber hinaus. Regelmäßig finden Atomtransporte – unter anderem durch den Nord-Ostsee-Kanal – statt. Die Schiffe transportieren die gefährliche, radioaktive Fracht zwischen den Häfen St. Petersburg, Hamburg, Bremen, Antwerpen und dem Rest der Welt hin und her. Start- und Zielpunkte in der Bundesrepublik sind zum Beispiel die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen. Auch nach dem sogenannten Atomausstieg haben diese Anlagen eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Die Transporte werden also weiter fahren.

Auch der fahrlässig organisierte Rückbau bereits abgeschalteter Atomanlagen sowie die Lagerung der sogenannten freigemessenen strahlenden Abfälle auf Hausmülldeponien sind schon heute ein großes Thema und werden uns in den nächsten Jahrzehnten noch vor viele weitere Probleme stellen.

Es gibt genug Gründe, warum wir anlässlich des sechsten Jahrestages der Atom-Katastrophe von Fukushima auf die Straßen gehen müssen!
Wir, die BI Kiel gegen Atomanlagen, wollen gemeinsam mit vielen anderen mit Strahlenschutzanzügen verkleideten Menschen einen Schweigemarsch durch die Kieler Innenstadt machen.

Fukushima mahnt:
Alle Atomanlagen abschalten – sofort und weltweit! 

Treffpunkt um 15:00 Uhr: Holstenstraße (Fußgängerzone), vor der Santander-Bank
– Schweigemarsch zum Hauptbahnhof, dort wird eine Mahnwache abgehalten –
(Strahlenschutzanzüge werden vor Ort gestellt)
Ende: ca. 17:00 Uhr


[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]
veröffentlicht am 24.02.2017

Kann die Versorgung einer Person mit Lebensmitteln strafbar sein? In bestimmten Kontexten ja, meint die Staatsanwaltschaft Hamburg, die gegen politische Opposition vorgeht. Vor dem Amtsgericht Hamburg-Harburg steht am 04.04.2017 eine Person vor Gericht, der genau dies vorgeworfen wird. Der Kontext: Im Hafen war ein Urantransport verladen worden, der dann einen Tag lang im Güterbahnhof Hamburg-Süd stand. Dort ketteten sich vor und hinter den Zug Umweltaktivist*innen an - eine davon wurde von einer anderen mit Lebensmitteln versorgt. So sollen die Straftatbestände Nötigung und Störung öffenlicher Betriebe erfüllt sein - die Versorgung mit Lebensmitteln sei ein Tatbeitrag.

Aber es ist ja bekannt: Wenn es darum geht, politisch missliebige direkte Interventionen zu verfolgen, werden Gerichte gerne mal kreativ. Aber egal wie willkürlich die Vorwürfe sind, wichtig ist es, solidarisch zu handeln. Deshalb kommt vorbei, beteiligt euch an der Soli-Fax-und-Anruf-Aktion oder macht andere Soli-Aktionen um dem Gericht zu zeigen - es ist uns nicht egal ,wie sie urteilen. Aber es wird uns auch nicht davon abhalten, für eine Welt zu streiten, in der Atomanlagen nicht möglich sind.

Prozesstermin: Dienstag, 4. April 2017, 11:00 Uhr, Amtsgericht Hamburg-Harburg

Wir treffen uns um 10:00 Uhr vor dem Gericht - bringt etwas zum gegenseitigen Füttern mit!

Hintergrund zur Aktion und den dazu laufenden Verfahren:
http://nirgendwo.info/hamburg/#Uranzugblockade
www.urantransport.de
veröffentlicht am 02.02.2017



Am 18. und 19. Februar 2017 erkunden wir die Atomtransporte-Strecke von Kiel nach Frankreich

Fahrt mit uns mit!

Der sogenannte Atomausstieg ist beschlossen – Atompolitik kein Thema mehr? Dennoch fahren täglich Atomtransporte quer durch die Welt um die Atomindustrie mit neuem Brennstoff zu versorgen. Uran wird abgebaut, umgewandelt, angereichert, in Brennelemente gepresst, zu Atomkraftwerken transportiert. Diese Transporte sind Lebensader und zugleich Achillesferse der Atomindustrie – ohne Atomtransporte könnten Atomkraftwerke nicht laufen. Weil wir einen weltweiten, sofortigen Atomausstieg wollen, rufen wir zu Streckenaktionstagen am 18. und 19. Februar 2017 auf. Wir werden einer Atomtransport-Strecke mit Regionalzügen folgen und die Reisenden auf Versorgungstransporte und Anlagen der Atomindustrie, die trotz „Atomausstieg“ unbefristet weiter laufen, aufmerksam machen. Wir werden in Kiel starten und bis nach Trier weiter fahren.  Die Reise führt über Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster, Hagen, Köln, Bonn, Koblenz und Trier. Es ist möglich unterwegs zuzusteigen.

Uranerzkonzentrat

Konkret geht es bei unserem jetzigen Protestaufruf um Transporte von Uranerzkonzentrat, auch bekannt als „Yellow Cake“. Diese Transporte werden regelmäßig im Hamburger Hafen verladen und fahren dann per Zug weiter quer durch Deutschland und Frankreich nach Narbonne, inklusive radioaktiver Strahlung und entsprechender Gefährdung. Das Uranerzkonzentrat kommt auf Schiffen aus Namibia über den Atlantik oder aus Usbekistan, Kasachstan oder Russland über den Nord-Ostsee-Kanal nach Hamburg.

Zerstörungen durch Uranabbau

Das Uranerzkonzentrat ist der Stoff, der beim Auswaschen von uranhaltigem Gestein in den Abbaugebieten produziert wird. Der Abbau von Uran geht einher mit großen Umweltzerstörungen, meist verbunden mit Menschenrechtsverletzungen. Die gigantischen Mengen an radioaktivem Abraum, die beim Tagebau entstehen, lagern beispielsweise in Namibia unter freiem Himmel, der Staub weht weg und sorgt für radioaktive Verseuchung und entsprechende Gesundheitsschäden rund um die Abbaugebiete. Die beim Auswaschen des Urans benötigten Wassermengen fehlen an anderer Stelle als Trinkwasser. In anderen Ländern wie z.B. Kasachstan wird zur Uranförderung eine Fracking-Methode verwendet, bei der das Uran in Schwefelsäure gelöst aus den Gesteinsschichten heraus gepresst wird. Umweltzerstörungen überall auf der Welt dienen also dazu, dass reiche Länder sich auf Kosten der anderen mit Energie versorgen.

Konversionsanlage in Narbonne

Das Ziel der Transporte ist die Anlage von AREVA in Narbonne Malvési in Südfrankreich. Dort wird das Uran in Urantetrafluorid konvertiert, nach Pierrelatte verfrachtet und dort in Uranhexafluorid umgewandelt. Bei der Verarbeitung und Umwandlung des Urans entstehen große Mengen flüssiger und halb flüssiger giftiger schwach strahlender Abfälle, die nun seit über 60 Jahren kontinuierlich in über ca. 30 Hektar große Abklingbecken geleitet werden. 2004 brach bereits ein Damm der Becken und radioaktiver Schlamm lief aus. Auch diese Anlage ist also alles andere als sicher.

Nach der Konvertierung wird das Uranhexafluorid zum Beispiel in der Urananreicherungsanlage in Gronau (Westfalen) angereichert und wieder exportiert oder in Lingen (Emsland) zu Brennelementen verarbeitet. Beide Anlagen haben eine unbefristete Betriebsgenehmigung und eine Stilllegung ist nicht in Sicht – auch hier kein Atomausstieg!

Die Aktionstage

Wir werden mit der Regionalbahn fahren. Wir wollen Informationen zu Atomtransporten an der Strecke unter die Menschen bringen. Fahrt mit uns mit! Bringt Verkleidung, Modell-Atomtransporte und andere kreative Dinge zur unterhaltsamen Gestaltung des Aktionstages mit!

Wir fahren voraussichtlich am Samstag, den 18.2. um 7:21 in Kiel ab und kommen um 21.30 in Trier an. Am Hauptbahnhof von Trier werden am 19.2. um 9 Uhr „Yellow Cake“ und die Teile der französischen Baustelle für ein atomares Endlager in Bure zwischen den zwei Gruppen ausgetauscht, die sich danach trennen und wieder nach Frankreich  bzw. zur Urananreicherungsanlage in Gronau fahren um dort die symbolische Urantransport-Fahrt abzuschließen. Diese Anlage wird regelmäßig aus Frankreich versorgt, es gibt zudem einen regen Atommüll-Verkehr zwischen Gronau und Pierrelatte.  Ankunft in Gronau wird voraussichtlich um 17.04 sein, dann gibt es dort einen kleinen Abschluss. Zustieg unterwegs ist immer möglich. Zum genauen Fahrplan geht es hier.

Die Teile der Baustelle für ein atomares Endlager in Bure stehen für den Widerstand gegen die Produktion von Atommüll und die tief-geologische Einlagerung von Atommüll. Die Bauarbeiten für das französische Atommülllager in Bure, ca. 120 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, begannen im Sommer 2016 und scheiterten ein erstes Mal am Widerstand von Atomkraftgegner*innen.  Am 18. Februar – zeitgleich zur Aktionsfahrt – findet dort eine große Demonstration statt, weil mit einer baldigen Wiederaufnahme der Bauarbeiten gerechnet wird. Die Aktionsfahrt gegen Urantransporte steht als solidarische Aktion in diesem Zusammenhang: Atommüll verhindern, bevor er entsteht. Darum müssen die Versorgungstransporte der Atomindustrie ein Ende finden.

In Trier gibt es Übernachtungsplätze. Meldet euch bei Bedarf!

Infos zum Verlauf und eventuellen Fahrplanänderungen gibt es dann live auf dem Transportticker: https://twitter.com/urantransport

Für Hintergrundinformationen schaut euch hier auf der Seite um. Einzelheiten zur geplanten Aktionsfahrt findet ihr bald hier auf dieser Seite.

Wir freuen uns, wenn ihr mitmacht! Bei Interesse und Fragen meldet euch bei kontakt(ät)urantransport(punkt)de, damit wir besser planen können.

Weiterführende Informationen zu den Aktionstagen (Stand 21.02.2017):
- Bericht der Aktionsfahrt
- Fotoimpressionen vom ersten Aktionstag
- Fotoimpressionen vom zweiten Aktionstag
veröffentlicht am 22.05.2016



Am gestrigen Freitag fuhr erneut ein Atomtransport durch die Schleuse in Kiel-Holtenau in den Nord-Ostsee-Kanal. Das Schiff „Kapitan Yakovlev“ wird am Samstag früh in Hamburg am Burchardkai erwartet. In der Vergangenheit transportierte es regelmäßig radioaktives Material zur Herstellung von Brennelementen aus Russland nach Hamburg.
Atomkraftgegner*innen verteilten am Tiessenkai in Kiel Aufklärungsflyer über die gefährlichen Transporte.

„Das Wissen über die Atomtransporte hier durch den Kanal wird zwar mehr, ist aber immer noch bei vielen nicht angekommen – deshalb verteilen wir hier immer wieder Infomaterialien zu den Atomtransporten“, erklärte Marlene aus der BI Kiel gegen Atomanlagen. „Die Menschen sind oft überrascht über die Atomtransporte vor ihrer Nase.“

Die BI Kiel gegen Atomanlagen kämpft für den sofortigen weltweiten Atomausstieg. Um dies zu erreichen, ist ein Stopp aller Atomtransporte notwendig. „Den Atomausstieg weiter vorantreiben und die Gefahren der Atomkraft bekämpfen, können wir vor unserer Haustür – mit einem Stopp der Atomtransporte auf dem Kanal“, forderte eine weitere Teilnehmerin beim Flyer verteilen auf.

 
veröffentlicht am 19.05.2016

+ Neuer Urantransport erwartet +

Durch Kiel-Holtenau wird ein neuer Atomtransport erwartet.
Die "Kapitan Yakovlev" hat vermutlich Uranprodukte zur Produktion von Brennelementen in der Brennelementefabrik in Lingen oder fertige Brennelemente für Atomkraftwerke geladen. Sie wird vermutlich morgen abend in Kiel-Holtenau durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren. Deshalb treffen wir uns morgen (Freitag) um 16 Uhr am Tiessenkai um nochmal Flyer zu verteilen und möglichst viele Menschen auf die Transporte zur Aufrechterhaltung der Atomindustrie aufmerksam zu machen! Kommt vorbei!
veröffentlicht am 02.05.2016



Am Sonntag Abend ist erneut mindestens ein Atomtransport durch Kiel in den Nord-Ostsee-Kanal gefahren. Atomkraftgegner_innen verteilten am Tiessenkai in Kiel-Holtenau vor und während der Durchfahrt der Atomtransport-Schiffe „Kholmogory“ und „Kapitan Yakovlev“ Informationsflyer und protestierten gegen die andauernden Transporte. Die „Kapitan Yakovlev“ wird am Montag morgen im Hamburger Hafen erwartet. Das geladene radioaktive Material wird dort umgeschlagen.

„Die Atomtransporte dienen zum Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit und damit zur Verbreitung radioaktiver Strahlung und zahlreicher Gesundheitsgefahren. Wir müssen die Transporte stoppen um die Atomindustrie zu stoppen.“ erklärt Irene, eine der Teilnehmer_innen an der Mahnwache ihre Motivation, „Zu den Gefahren beim Betrieb von Atomkraftwerken kommen schon beim Abbau Umweltzerstörungen durch gigantische radioaktive Müllmengen, die auf Halden und in Schlammbecken gelagert werden und sich über die Luft in die Umwelt verteilen.“

Auf den Tag genau drei Jahre ist es zudem her, dass im Hamburger Hafen ein Atomfrachter brannte, die „Atlantic Cartier“ und beinahe eine Katastrophe auslöste – auch solche Transportunfälle sind auf dem Nord-Ostsee-Kanal keine Seltenheit.

Die jetzige Aktion steht im Rahmen von Aktionstagen gegen Urantransporte, bei denen es schon in anderen Städten zu Aktionen gekommen war, unter anderem zu einer Abseilaktion vor einem Urantransport in Buchholz.



Ostermontag: Aktion gegen Atomtransporte

Eingestellt von Thorge Ott On 01:36 0 Kommentare
veröffentlicht am 28.03.2016

Am Ostermontag (28.03.2016) gegen 14:00 Uhr starten wir eine kleine Aufklärungsaktion in Kiel-Holtenau am Tiessenkai. Wir werden Flugblätter gegen die ständigen Urantransporte auf dem Nord-Ostsee-Kanal an die TouristInnen und AnwohnerInnen verteilen bei vermutlich schönstem Sonnenschein und anschließendem Kaffeetrinken. Mitwirkende sind herzlich willkommen.

Die übliche Mahnwache mit Infostand, 18 bis 19 Uhr in der Holstenstraße, fällt wegen des Feiertags aus - damit geht es am 4. April weiter.
veröffentlicht am 14.02.2016

Vor 5 Jahren, am 11. März 2011, gerieten nach einem Erdbeben und Tsunami 3 Reaktoren der Atomanlage in Fukushima außer Kontrolle. Obwohl die besondere Gefährdung dieser Region bekannt war, wurde auch dieses AKW aus Profitgier gebaut und betrieben. Tausende Menschen mussten nach dem Super-GAU ihre Heimat verlassen. In der Region steigt die Zahl der Menschen mit Schilddrüsenkrebs unaufhörlich. Seit dem Unfall fließen täglich 200 t hochverstrahltes Wasser aus der Reaktoranlage in den Pazifik. Diese Verstrahlung hat bereits den amerikanischen Kontinent in Höhe von Kalifornien erreicht. Nach dem japanischen Super-GAU wurden in Deutschland nur 8 von 17 Reaktoren abgeschaltet. Die restlichen Atomkraftwerke dürfen zum Teil noch bis zum Jahr 2022 weiterlaufen. Sie erzeugen damit täglich große Mengen hochradioaktiven Atommülls, bei dem bis heute weltweit niemand weiß, wo er sicher gelagert werden kann. Außerdem besteht bei jedem dieser Reaktoren jeden Tag die Gefahr eines Super-GAUs – auch in Deutschland.

Der sogenannte Atomausstieg gilt nicht für die Urananreicherungsanl­age in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen. Sie besitzen beide eine unbefristete Betriebserlaubnis. Somit dürfen sie auch nach 2022 weiter Brennelemente für Atomkraftwerke herstellen bzw. Uran 235 anreichern. Von Lingen aus werden ca. 10% der weltweiten Atomkraftwerke beliefert. Deutsche Firmen und Banken sind weltweit maßgeblich beim Bau von Atomanlagen beteiligt.
Global ist die Atomkraftnutzung der Einstieg in den Atombombenbau.

Atomanlagen stellen bereits in Friedenszeiten eine verantwortungslose Bedrohung für alles Leben auf der Erde dar. Unter Bedingungen, die zunehmend von militärischen Konflikten, Anschlägen und regionalen Kriegen bis zur permanenten Eskalationsgefahr zu einem Weltkrieg gekennzeichnet sind, verschärft sich diese Gefahr.

Nur eine weltweit konsequente Anti-Atom- sowie entschlossene Friedenspolitik können diese bedrohliche Entwicklung mit atomarer Aufrüstung und der konkreten Planung von Atomwaffeneinsätzen stoppen.
Fracking, bei dem giftige Substanzen in den Boden geleitet werden, und Kohleverbrennung mit hohem CO²-Ausstoß sind keine Alternativen zur Atomkraft.

Einzige Lösung ist daher die Umstellung auf dezentrale, vergesellschaftete erneuerbare Energien und eine Senkung des Energieverbrauchs.

Deshalb fordern wir:
Sofortiger Stopp aller Atomkraftwerke und Atomanlagen!

Asmus-Bremer-Platz
Holstenstraße 53
24103 Kiel
Beginn: 12 Uhr, 12. März 2016

Unterstützende Gruppen: BUND SH, Bundesverband WindEnergie, Fukushima Mahnwache Schönberg, Friedenswerkstatt, DFG-VK Kiel, BI Kiel gegen Atomanlagen, IPPNW, ATTAC, Netzwerk Energiewende Lübeck gegen Atomkraft, für Klimaschutz, MontagsdemonstrantIn­nen Lübeck, .ausgestrahlt e.V., MAUS (Meßstelle für Arbeits- und Umweltschutz e.V.), SAND (Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke-Gruppe), COMM e.V.

Kontakt: BI gegen Atomanlagen c/o Friedenswerkstatt, Exerzierplatz 19, 24103 Kiel
http://bi-kiel.blogspot.de , Facebook: Montagsdemo Kiel, kielatom@posteo.de

Für Mitfahrgelegenheiten und Aktionen an anderen Orten hier klicken!


[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]
veröffentlicht am 04.12.2015

BI Kiel gegen Atomanlagen
c/o Friedenwerkstatt
Exerzierplatz 19
24103 Kiel
E-Mail: kielatom@posteo.de

Herrn
Amtsrichter Michel
Amtsgericht Cochem
Ravenestrasse 39
56812 Cochem

Kiel, 1.12.2015

Betrifft: Strafbefehl gegen Herrn Carsten Orth vom 6. November 2015

AZ: 2010 Js 22894/15

Sehr geehrter Herr Amtsrichter Michel,
in dem oben genannten Strafbefehl wird Herrn Carsten Orth "zur Last gelegt, zwischen dem
26.03.2015 und dem 29.05.2015 in Büchel durch 22 rechtlich selbständige Handlungen als
Veranstalter eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel oder einen Aufzug ohne
Anmeldung (§14) durchgeführt zu haben." In der Begründung wird Herr Carsten Orth als
Verantwortlicher für diese Aktionen genannt.

Wir als Bürgerinitiative Kiel gegen Atomanlagen entscheiden grundsätzlich selbst, was für Aktionen
wir machen und richten uns nicht nach vorgeblich Verantwortlichen. Auch die Blockade des
Fliegerhorstes Büchel haben wir eigenständig geplant und durchgeführt – verantwortlich waren wir
alle individuell und als Gruppe für unsere Handlungen, nicht Carsten oder irgendwer anders.

Von daher fordern wir Sie auf, das Verfahren gegen Carsten Orth einzustellen. Hier wird völlig
willkürlich eine Person als Verantwortlicher benannt und dann juristisch belangt. Wir erklären uns
solidarisch mit der betroffenen Person und werden ihn auch unterstützen, wenn Sie weiter gegen ihn
vorgehen sollten. Nur gegen Einzelne Strafverfahren zu führen soll vereinzeln und anderen Angst
machen – wir werden das nicht zulassen und im Zweifel auch da sein, egal wer angeklagt ist. Hinter
büchel65 stehen wir alle zusammen, kein Aktivist ist mehr oder weniger verantwortlich als eine
andere Aktivistin.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch nochmal erklären, warum wir uns zu dieser
Blockadeaktion entschlossen haben und sie nach wie vor für richtig halten. Vielleicht kommen Sie
dann zu einem ähnlichen Schluss wie wir, dass diese Aktionen dringend notwendig sind und
Strafverfolgung weder legitim noch irgendwie nützlich ist. Eine Bestrafung löst die grundsätzlichen
Probleme der Atomwaffen und drohenden und aktuellen Kriege nicht.

Die Existenz von Atomwaffen bedroht uns nicht allein in einem potentiellen zukünftigen
Atomkrieg, sondern schädigt täglich die Gesundheit von Millionen Menschen, zerstört deren
Heimat und macht diese Menschen zu Flüchtlingen und Vertriebenen.

In Büchel müssen deutsche Soldaten den Abwurf dieses inhumanen Massenvernichtungsmittel
üben. Die nukleare Teilhabe durch deutsches Militär ist durch das Friedensgebot unserer Verfassung
nicht gedeckt. Zudem droht durch die sich immer mehr zuspitzenden aktuellen Konflikte wieder
mehr denn je auch Krieg, der mit Atomwaffen ausgetragen wird.

Aus diesen Gründen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Atomwaffen abgeschafft gehören.
Weil sie Unrecht sind, ist Widerstand dagegen Pflicht. Hiroshima und Nagasaki mahnen uns zu
einer sofortigen Abschaffung ämtlicher Atomwaffen. Büchel ist der Ort in Deutschland, wo das
geschehen muss.

Aus diesen Gründen sind Blockaden des Fliegerhorstes in Büchel richtig und weiter notwendig. Wir
sind verantwortlich für unsere Blockade und werden weiter gegen Atomwaffen und auch die
Bestrafung von Kriegsgegner*innen aktiv sein – wie es schon auf unserem Transparent stand: „Wir
wollen eine andere Welt – Weg mit Atomanlagen, Waffen, Kapitalismus, Herrschaft“. Ob Sie gegen
uns, Carsten Orth oder andere ein Verfahren einleiten – das bleibt der falsche Weg!

Vielleicht gehen Sie lieber gegen die illegale nukleare Teilhabe in Büchel vor?

Mit freundlichen und atomwaffenfeindlichen Grüßen,

BI Kiel gegen Atomanlagen
veröffentlicht am 14.09.2015

Protestaktion gegen Atomtransporte

Pressemitteilung
BI Kiel gegen Atomanlagen

Keine Atomkraft – nirgendwo!
Atomtransport auf dem Nord-Ostssee-Kanal nicht willkommen

Am heutigen Sonntagabend fuhr der Frachter „Mikhail Dudin" mit radioaktiver Ladung durch die Schleuse von Kiel-Holtenau in den Nord-Ostsee-Kanal. Atomkraftgegner_innen protestierten gegen diese Transporte, indem sie ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt Atomtransporte durch den Nord-Ostsee-Kanl" an der Holtenauer Brücke entrollten und Passant_innen mit Flugblättern informierten. Die Aktion bildet den Auftakt für Aktionen gegen einen Urantransport entlang der Transportstrecke durch Deutschland und Frankreich nach Narbonne.

Immer wieder transportiert die „Mikhail Dudin" radioaktive Stoffe aus St. Petersburg über den Nord-Ostsee-Kanal nach Hamburg – auch diesmal wird radioaktive Fracht an Bord sein. Am Montag früh legte das Schiff am Südwest-Terminal bei der Firma C.Steinweg in Hamburg an – aller Wahrscheinlichkeit nach ist „Yellow Cake" (Uranerzkonzentrat) an Bord.

Ziel des Transports ist eine der Atomanlagen, die Uran konvertieren, im französischen Narbonne. Erst nach zahlreichen Produktionsschritten vom Uranabbau an über Konversion und Anreicherung, entstehen Brennelemente für den Einsatz in Atomkraftwerken. Bei jedem Schritt erfolgen Transporte per Schiff, Zug und LKW also auf Wasser, Schienen und Straßen direkt an der Bevölkerung vorbei, ohne diese zu informieren. Zudem wird bei jedem Schritt neuer radioaktiver Müll produziert.

Die„Mikhail Dudin" ist in Kiel nicht unbekannt. Im Februar 2015 havarierte sie - ebenfalls mit radioaktiver Fracht an Bord - vor der Schleuse in Kiel-Holtenau mit einem Maschinenschaden. „Gerade im Nord-Ostsee-Kanal gibt es immer wieder Schiffsunfälle – radioaktive Ladung erhöht dabei die Gefahren. Diese hochgefährlichen Transporte ermöglichen erst den "Weiter"-Betrieb von Atomanlagen weltweit. Wer einen Atomausstieg ernst meint, kann auch keine Material-Transporte dulden. Daher fordern wir: Atomtransporte stoppen in Deutschland und weltweit! Keine Gefährdung von Menschen und Umwelt!", kommentiert die BI Kiel gegen Atomanlagen.

In den letzten Wochen hatten zahlreiche Anti-Atom-Gruppen aus Deutschland und Frankreich zu Protesten gegen den ersten „Yellow Cake"-Transport nach Frankreich ab dem 12.September aufgerufen – dieser könnte sich auf der „Mikhail Dudin" befinden. Kiel wird nur die erste Station sein. Weitere Proteste sind in Hamburg, Bremen, Münster, Köln und an der deutsch-französischen Grenze in Perl angekündigt, jeweils bei Durchfahrt des Transports. „Atomkraft ist an jeder Stelle der Produktionskette höchst problematisch und muss gleich beim Uranabbau gestoppt werden. Wir nutzen die Urantransporte um das zu thematisieren", erklärt eine Unterstützerin die Aktion.


[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]

Weiterführende Informationen:

urantransport.de 
atomtransporte-hamburg-stoppen.de
veröffentlicht am 04.05.2015 


Kieler Blockade vor dem Haupttor des Atomwaffenstandortes Büchel
Bildquelle: Büchel65

Am 26. März 2010 forderte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit die Bundesregierung auf, sich in der NATO und direkt bei den USA für den Abzug der letzten noch auf deutschem Boden verbliebenen Atomwaffen einzusetzen. Diese vermutlich noch 20 US-Atombomben sind im Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel gelagert und sollen im Ernstfall von deutschen Tornados im Rahmen der sogenannten "nuklearen Teilhabe" zu ihren Zielen geflogen werden.
Atomwaffen sind in Deutschland also nach wie vor Realität!

Stillschweigend haben die Regierungen aus CDU und FDP bzw. der heutigen von Union und SPD den Verbleib sowie den Austausch durch flexiblere (präzisere Einstellbarkeit der Sprengkraft) und zielgenauere Atomwaffen gebilligt - der sogenannten Modernisierung.
Mit diesem Schritt sollen sie bis 2050 einsatzbereit bleiben. Es wären die ersten in Europa stationierten atomaren Präzisionsbomben. Diese neuen Waffen würden dadurch die Abrüstungsverhandlungen zwischen den NATO-Staaten und Russland gefährden. Dieses unglaubwürdige Handeln könnte schließlich dazu führen, dass auch Russland sein nukleares Arsenal aufrüsten würde.
Eine weitere atomare Hochrüstung darf in keinem Fall erfolgen. Es wäre ein erneuter Schritt weg von echten Frieden!

Mit ihrer Zustimmung zu dieser "Modernisierung" unterstützt die aktuelle Bundesregierung eine neue Spirale der Aufrüstung statt sich für die endgültige Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Zugleich ignoriert sie damit den Willen der Bevölkerung, die sich mehrheitlich entschieden gegen Atomwaffen auf deutschem Boden und weltweit ausspricht.
Darüber hinaus kostet alleine dieses Modernisierungsvorhaben Milliarden Euros - vom Unterhalt des Fliegerhorstes mal ganz abgesehen. Spätestens seit den atomaren Katastrophen von Hiroshima und Nagasaki wissen wir, dass Atombomben unbeschreibliches Leid und schwerwiegende Langzeitfolgen verursachen. Die beiden Atombomben töteten und verstümmelten Hunderttausende Menschen. Bis heute wächst das Risiko für solide Tumore während der gesamten Lebensspanne kontinuierlich - selbst heute noch, fast 7 Jahrzehnte nach den Bombenabwürfen. Ein Ende ist nicht absehbar!

Aber selbst die Produktion (z.B. der Uranabbau) und die Unterhaltung von Atomwaffen schaden Menschen und Umwelt und verschlingen große Geldsummen. Geld, welches an anderen Stellen wesentlich dringender gebraucht würde.
Die Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs" (IPPNW) schätzt, dass ein regionaler Atomkrieg, in dem nur 100 Atomwaffen eingesetzt würden, katastrophale Auswirkungen auf das globale Klima hätte und Milliarden von Menschen von Hungernöten bedroht wären. Würde es also zu einem atomaren Angriff auf Russland - das Risiko steigt zunehmend an - kommen, wäre das eine erneute Katastrophe - Deutschland und viele andere Länder wären unmittelbar von der gefährlichen Strahlung betroffen! Die Gefahr von atomarer Strahlung macht vor Landesgrenzen keinen Halt.

Beispielsweise biologische und chemische Waffen sowie Streumunition sind seit Jahren international geächtet und entsprechende Verbotsverträge unterzeichnet. Für Atomwaffen gilt das bis heute nicht. Selbst der Atomwaffensperrvertrag, den auch Deutschland und die USA unterzeichnet haben, hindert diese Länder selbstverständlich nicht an der Stationierung der besagten Atombomben auf deutschem Boden.
Atomwaffen und eine damit verbundene Aufrüstung heizen die Atom- und Rüstungsspirale ganz bewusst an. Für soziale Themen hierzulande sowie eine echte, funktionierende Flüchtlings- und Entwicklungshilfe fehlt angeblich das Geld (und der politische Wille sowieso).

Die Fakten liegen klar auf dem Tisch und waren für uns, die BI Kiel gegen Atomanlagen, Grund genug, sich an der Aktion "Büchel 65" zu beteiligen. Dabei sollen an möglichst vielen von 65 Tagen verschiedene Gruppen jeweils für einen Tag mindestens ein Tor des Fliegerhorstes Büchel blockieren. Am 02. Mai fand die Blockade unter Beteiligung von 10 AktivistInnen statt.
Gewaltfrei im Sinne des zivilen Ungehorsams wurde das Haupttor versucht zu blockieren. Verschiedene Redebeiträge und Lieder wurden während der insgesamt ca. fünf Stunden langen Blockade vorgetragen. Dabei wurde u.a. auf die Gefahren von Atomwaffen, die weiterhin schreckliche Lage in Fukushima sowie den mangelhaften Katastrophenschutz bei atomaren Unfällen aufmerksam gemacht. Auch die dort eingesetzten OrdnungshüterInnen und Soldaten folgten dem Inhalt zum Teil aufmerksam und interessiert.
Zwar konnte das Haupttor nicht vollständig und langfristig blockiert werden, so war es dennoch ein wichtiges Zeichen gegen Atomwaffen, die "zivile" Nutzung der Atomenergie und alle damit verbundenen Atomtransporte.
Im Anschluss gab es eine Abendveranstaltung zum Ukraine-Konflikt, bei der erneut deutlich wurde, dass die atomare Bedrohung gegen Russland immer präsenter wird.

Es sollte der Anspruch aller Menschen sein, sich aktiv für eine friedliche, lebenswerte und solidarische Gesellschaft einzusetzen. "Büchel 65" wird seinen Abschluss am 29. Mai mit einer Massenblockade, zu der bereits offiziell aufgerufen wird, finden.
Wir sind froh, uns an dieser Blockade beteiligt zu haben und hoffen auch weiterhin auf einen starken Widerstand!


[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]
Bildquelle: Büchel65 (Bild 1-2)
veröffentlicht am 14.04.2015

Dem atomaren Zwischenlager Brunsbüttel ist die Betriebserlaubnis entzogen worden, weil die Genehmigungsbehörde nicht nachweisen kann, dass das Lager ausreichend vor terrroristichen Angriffen (und dem Absturz eines Grossflugzeuges, wie dem A380) geschützt ist. Das gilt faktisch für alle Zwischenlager in Deutschland – auch für die baugleiche Halle in Brokdorf.

Trotz fehlenden Entsorgungsnachweises produzieren die AKW weiter hochradioaktiven Müll, als gäbe es das Gerichtsurteil nicht. Und die Politik zieht nicht die Reißleine, sie lässt die Atomlobby weiter gewähren.

Das lassen wir uns nicht gefallen! Kein AKW der Welt ist sicher!

Weltweit gibt es kein einziges funktionierendes „Endlager“!

Der Betrieb des AKW Brokdorf ist überflüssig, weil in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht wird. Wir fordern das sofortige Ende der Atomenergie! Die Energiewende darf nicht ausgebremst werden.

Tschernobyl mahnt – AKW Brokdorf abschalten – nicht erst 2021, sondern JETZT.
 
Weitere Informationen sind hier zu finden!

Flugblätter zum Verteilen sowie Plakete können bei .ausgestrahlt bestellt werden. Oder gleich selber ausdrucken: Flyer // Plakat

Aus Anlass des 29. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe rufen wir für Sonntag, den 26.April 2015 ab vier vor zwölf zu einer Protest- und Kulturmeile rund um das AKW Brokdorf auf.

Abfahrt unseres Busses am Wilhelmplatz (Kiel) um 10:00 Uhr, Wiederankunft: Die genaue Zeit wird im Bus bekannt gegeben
Busfahrkarten für 10 Euro im Buchladen Zapata, Wilhelmplatz 6 oder - falls dann noch vorhanden - direkt am Abfahrtsort
veröffentlicht am 14.04.2015



Lohndumping bei kommunalen Unternehmen in Flensburg, Genmais auf den Feldern bei Rendsburg, Filets aus geklonten Fischen in Kieler Restaurants & Märkten, Milliarden-Straf­zahlungen für die Abschaltung des AKW Krümmel, himmelhoch steigende Mieten in Schleswig, geschlossenes Krankenhaus in Itzehoe und bankrotte Theater in Lübeck.

Das sind nur ein paar der Zukunftsszenarien, die nach Befürchtungen von über 350 Organisationen auch auf Schleswig-­Holstein zukommen könnten – wenn die geplanten „Freihandels- und Investitionsschutzabkommen“ verabschiedet werden.

Egal ob sie ACTA, TTIP oder CETA genannt werden: Unter dem Deckmantel des freien Handels sollen Verbraucherschutz- und Umweltstandards sowie Arbeitnehmer_innenrechte und demokratische Prinzipien über Bord geworfen werden. Gelockt werden die Bürger*innen weltweit mit angeblich steigendem Wirtschaftswachstum, mehr Arbeitsplätzen und sinkenden Preisen.

Erfahrungen aus vorangegangen Abkommen und durchge­sickertes aus den aktuellen Geheimverhandlungen zeigen: Konzerne profitieren, Mensch und Umwelt verlieren. Die Verhandlungen finden aus „gutem“ Grund hinter verschlossenen Türen statt – Demokratie und Transparenz sehen anders aus!

Am 18. April gehen weltweit hunderttausende Bürger*innen unter dem Motto „Mensch und Umwelt vor Profit!“ auf die Straße. Auch in Kiel wollen wir mit Flashmobs, Straßentheater und einer Demonstration ein Zeichen setzen.

Wir, die BI Kiel gegen Atomanlagen, unterstützen diesen Aktionstag und sind Teil vom Kieler Bündnis gegen TTIP, CETA & TiSA.

Weitere Informationen zum Ablauf inkl. genauer Uhrzeiten sind hier zu finden!

Nächste Termine:

  • 11.3.19 8.Fukushima-Jahrestag

Themen:




Bündnis