An über zehn Orten bundesweit gibt es heute unter dem Motto „Da bahnt sich was an“ Proteste gegen die bevorstehenden Castor-Transporte aus den Plutoniumfabriken Sallafield und La Hague nach Deutschland. Vor dem AKW Brokdorf machten rund ein Dutzend Aktive deutlich, dass sie sich sowohl den anstehenden Transporten hochradioaktiver Abfälle als auch einer Rückkehr der Debatte um Laufzeitverlängerungen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes entschieden in den Weg stellen werden.

Brokdorf ist neben Phillipsburg, Isar und Biblis einer der Standorte zu denen die Abfälle transportiert und dann dort gelagert werden sollen. Verantwortung zu übernehmen müsste zuallererst bedeuten die Produktion weiterer solcher Abfälle umgehend zu beenden. Außerdem ist jede Verschiebung an sogenannte Zwischenlager eine Gefährdung und gaukelt eine Problemlösung vor. Aber die haben wir nicht.

Das AKW Brokdorf an der Elbe ist durch eine Art Burggraben gesichert, der Proteste abhalten soll. Doch genau auf diesem Burggraben protestieren die Demonstrierenden heute mit Kanus. Die Atomkraft sei wie ein Zombie, ein lebender Toter, der immer wieder versuchen würde aufzustehen. Um das zu verdeutlichen trugen einige der Aktiven Zombiemasken.

Gegen die anstehenden CASTOR-Transporte hat sich ein bundesweites Protestbündnis CASTOR-stoppen gegründet. Dieses gemeinsame Bündnis aus der Anti-AKW-Bewegung und Klimagruppen steht unter dem Motto „Atomausstieg und Energiewende: es ist noch lange nicht vorbei!“.
Weitere Informationen unter: www.castor-stoppen.de

Der erste Transport soll im ersten Halbjahr 2020 aus der Plutoniumfabrik Sellafield in England nach Biblis stattfinden. Kurz vor Weihnachten hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die Einlagerungsgenehmigung für sechs CASTOR-Behälter im Zwischenlager am AKW Biblis erteilt. Es fand auch bereits ein Castor-Probetransport nach Biblis statt. Damit steht einem hochradioaktiven Atommülltransport aus dem britischen Sellafield nach Hessen nur noch die Erteilung der Transportgenehmigung im Weg.

Bilder: feinfrisch.net
Update mit Fotos von der Tour: Bei der Brennelementour wurden zahlreiche Menschen an die Katastrophe von Fukushima erinnert.


11. März 2011 – Erdbeben und Tsunami in Japan. Auch das Atomkraftwerk in Fukushima ist betroffen, es gibt Explosionen, ein paar Tage später ist klar: Ein erneuter Super-GAU, 25 Jahre nach Tschernobyl. Am 11.3. gedenken wir der Opfer der Fukushima-Katastrophe, die immer noch andauert. Aktuell wird diskutiert, ob die riesigen Mengen radioaktiver Abwässer, die immer noch bei der Kühlung der atomaren Unfallstelle entstehen, im Meer verklappt werden und ob trotz immer wieder gefundener radioaktiver Hotspots in der Umgebung die Menschen in die verseuchte Umgebung zurück kehren sollen. Währenddessen steigen die Krebsraten.

Auch hier in Schleswig-Holstein sind wir nicht weit von Katastrophen entfernt: Das AKW Brokdorf läuft immer noch und in weniger als zwei Jahren sollen die ersten von sieben Castoren mit Atommüll aus dem britischen Sellafield ins Zwischenlager des Atomkraftwerkes Brokdorf rollen. Niemand weiß, wo dieser radioaktiv strahlende Müll auf lange Sicht bleiben soll, das Problem ist schlichtweg nicht lösbar. Vom Atomgelände in Brokdorf wird also für viele viele Jahrzehnte eine tödliche Gefahr ausgehen.

Wir fordern, dass erst alle Atomanlagen tatsächlich abgeschaltet sein müssen, bevor über den Verbleib der radioaktiven Hinterlassenschaft verantwortlich nachgedacht werden kann. Es ist skrupellos, den Müll hin- und her zu transportieren, um ihn in Brokdorf oder anderswo zwischenzulagern, solange verantwortungslos die AKW noch weiterlaufen. Atom-Transporte (dazu gehören Castoren) sind die Achillesferse des noch laufenden Atombetriebs.

Täglich werden auf der Ostsee, dem Kanal, mit der Bahn und auf den Straßen nicht nur Brennelemente, sondern auch Uranhexafluorid, Yellow Cake (Ausgangsstoff für die Uranherstellung) und radioaktive Abfallprodukte hin-und hertransportiert. Auch die Herstellung von Brennelementen in Lingen ist gefährlich, zeigte jüngst ein Brand in der Anlage im Dezember, trotzdem wird unbefristet weiter produziert. Die Stenaline transportiert LKW mit radioaktivem Material auf ihren Fähren. Der schwach radioaktive Bauschutt aus den abgerissenen AKW soll letztendlich zu Deponien vor unserer Haustür gefahren werden.

Aus diesen Gründen fahren wir am Fukushima-Jahrestag mit einem nachgebauten Brennelemente durch Kiel und zeigen: Atomkraft und Atomkatastrophen betreffen uns alle! Für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen im Gedenken an die Opfer von Fukushima!

Treffpunkt: Mo, 11.3.2019  um 15 Uhr Exerzierplatz 

Die drohenden Castor-Transporte waren der Anlass für eine Tour mit Brennelement durch Kiel. Mit dem immer mal wieder rauchenden Brennelement konnte von der Atomtransport GmbH, der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (wie bei allen Atomanlagen) viel Aufmerksamkeit erzeugt werden. Laut tönte das „Machen Sie Platz für Atomtransporte“ quer durch Kiel. Auf einer etwa 8km langen Route von Vienetaplatz über Hörnbrücke an der Kiellinie entlang bis zum Landtag und zurück über die Holtenauer Straße sahen viele Passant*innen den ungewöhnlichen Zug.

Wenig bemerkt von der Öffentlichkeit finden auch durch Kiel immer wieder Transporte mit radioaktiven Stoffen statt, meist per Schiff durch den Nord-Ostsee-Kanal. Zum einzig noch laufenden AKW in Schleswig-Holstein, in Brokdorf, sollen 2019/2020 zusätzlich sieben Castorbehälter mit mittel- und hochradioaktiven Atommüll aus Sellafield (England) gebracht werden. Dort lagern sie dann ungeschützt dauerhaft in einer Halle. Die Frage einer sicheren Endlagerung von Atommüll ist ungelöst und auch nicht lösbar. Deshalb wird vom Atomgelände in Brokdorf auch nach dem Abschalten 2021 durch die eingelagerten Castoren weiterhin für viele Jahrzehnte eine tödliche Gefahr ausgehen. Nach der Tour durch Kiel ist dies jetzt wohl einigen Menschen mehr bewusst als vorher.



Die BI Kiel gegen Atomanlagen ruft genauso wie andere Anti-Atom-Gruppen mit der Aktion auch weiter zu Aktionen gegen Castor- und andere Atomtransporte auf. Der Betrieb von den Atomkraftwerken muss sofort beendet werden, genauso wie die Versorgung der weltweiten Atomindustrie mit Brennstoff aus den Uranfabriken in Gronau und Lingen. Ein Weg dazu ist der Stopp sämtlicher Atomtransporte. Werdet auch ihr aktiv!







Passend zum aktuellen Brennelementewechsel in Brokdorf forderten am heutigen Montag (16.4.2018) Anti-Atom-Initiativen die sofortige Stilllegung des AKW. Symbolisch rauchte ein überdimensionales Brennelement der BI Kiel gegen Atomanlagen vor dem Kieler Umweltministerium.

Mit dem rauchenden Brennelement werden die stark oxidierten Brennelemente thematisiert, die bei der letzten Revision des AKW Brokdorf gefunden wurden. Offensichtlich funktionierten sie nicht wie geplant. Trotz ungeklärter Ursache erlaubte Umweltminister Habeck im letzten Herbst das Wiederanfahren des Reaktors. „Wenn niemand weiß, was in diesem Reaktor vor sich geht ist es unverantwortlich, zu erlauben, dass Brokdorf wieder ans Netz geht“ erklärt Andrea Rausch von der BI Kiel gegen Atomanlagen, „Wir fordern, den jetzigen Brennelementewechsel zu nutzen, um das AKW endgültig stillzulegen. Wir wollen nicht auf die nächste Atomkatastrophe warten.“

Der Atomreaktor in Brokdorf ist weder sicher noch wird er gebraucht. Er behindert den Ausbau erneuerbarer Energien, weil er nicht schnell herunter geregelt werden kann, wenn gerade viel Wind verfügbar ist. Stattdessen müssen dann Windräder vom Netz gehen, während das AKW Atommüll für kommende Generationen produziert. Die Anti-Atom-Initiativen treten dagegen ein für eine Welt ohne Atomkraft, ohne Kohleverstromung aber mit erneuerbaren, dezentral organisierter Energie in gemeinschaftlicher Hand, in welcher die Bedürfnisse von Mensch und Natur und nicht die Profitinteressen von RWE und EON handlungsbestimmend sind.




Weitere Bilder bei Klick auf die Artikelüberschrift:

Nachdem das Atomkraftwerk Brokdorf wieder anfahren durfte, obwohl oxidierte Brennelemente weiter ein Sicherheitsrisiko darstellen, informiert nun die Bürgerinitiative Kiel gegen Atomanlagen über das Atomkraftwerk in Brokdorf. Am Dienstag, den 12. Dezember um 20 Uhr wird dazu im Kino der Hansastraße 48 den Film „Das Ding am Deich“ gezeigt und ein kurzer Input zur aktuellen Situation in Brokdorf gegeben um dann gemeinsam über die Stilllegung des AKW zu diskutieren. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt liegt bei 4 Euro.

Im Film „Das Ding am Deich“ geht es um den jahrzehntelangen Widerstand gegen das Atomkraftwerk – mit alten Filmaufnahmen und den Erinnerungen der Menschen daran. An der Diskussion um Laufzeitverlängerung, Ausstieg und Fukushima wird deutlich, dass auch heute noch Protest gegen das Ding am Deich notwendig ist. Der Film aus dem Jahr 2012 wird dann ergänzt um Informationen zu den oxidierten Brennelementen in Brokdorf, der Zustimmung zur Inbetriebnahme durch den grünen Umweltminister Robert Habeck und Demonstrationen und Blockaden. Gemeinsam soll im Anschluss über Perspektiven zur Stilllegung des Atomkraftwerks diskutiert werden.

https://www.facebook.com/events/258744557987281/

Heute früh haben Aktivist*innen von ContrAtom, Robin Wood und der BI Kiel gegen Atomanlagen die Schließung des Atomkraftwerks Brokdorf selbst in die Hand genommen und verhindern die Arbeiten zum Wiederanfahren des Reaktors. Seit den frühen Morgenstunden sind die beiden Einfahrten des AKW nicht mehr passierbar. Die Aktivist*innen fordern anlässlich des Fukushima-Jahrestages die sofortige Schließung aller Atomanlagen weltweit. In den letzten Wochen war während der Revision des AKW Brokdorf herausgekommen, dass die Brennelemente außergewöhnlich starke Oxidschichten gebildet hatten. Daran wird wieder einmal deutlich, dass niemand die Prozesse im Reaktor auch nur nachvollziehen kann – auch vor diesem Hintergrund ist es ein Skandal, die Abschaltung des von PreussenElektra (vormals E.ON Kernkraft GmbH)  betriebenen Kraftwerks auf 2021 zu datieren. Von Atomausstieg kann nicht die Rede sein, wenn das AKW durch den sogenannten Normalbetrieb Tag für Tag die Umwelt radioaktiv verseucht, bis 2021 weiter Atommüll produziert und die dauernde Gefahr eines Unfalls mit unbeherrschbarer Freisetzung radioaktiver Stoffe besteht.

Die Tore werden mit einem Dreibein, auf dem sich ein Mensch befindet, und zwei Betonfässsern, an denen Menschen angekettet sind, versperrt. „Wer von Atomausstieg spricht, darf diesen nicht irgendwann in die Zukunft verlegen. Atomanlagen sind jeden einzelnen Tag gefährlich und können jederzeit zu einem Desaster wie in Fukushima oder Tschernobyl führen. Jetzt hat sich wieder gezeigt, dass auch das AKW Brokdorf nicht kontrolliert werden kann“, sagt Aktivistin Marita.
veröffentlicht am 30.04.2015


Protest vor dem Atomkraftwerk Brokdorf anlässlich des 29. Jahrestages von Tschernobyl

Über vier Jahre liegt die atomare Katastrophe von Fukushima nun zurück. Unmittelbar nach diesem Ereignis beschloss die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung den sogenannten Atomausstieg und plötzlich wurde Angela Merkel als "Ausstiegskanzlerin" gefeiert. Man bedenke dabei, dass unter ihrer Führung nur wenige Monate zuvor eine Laufzeitverlängerung durchgesetzt wurde.

Dennoch verdient dieser Atomausstieg seine Bezeichnung nicht - er greift viel zu kurz!
Erst 2022 soll das letzte deutsche Atomkraftwerk vom Netz gehen. Bis dahin wird weiterhin täglich strahlender Müll produziert, für den es bis heute kein sicheres Endlager gibt. Zudem sind sämtliche Atomtransporte sowie der Betrieb der Brennelementefabrik in Lingen und der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau nicht von diesem Gesetz betroffen. Jederzeit könnte eine Regierung diesen Beschluss umkehren, da eine Verankerung im Grundgesetz bis heute ausgeblieben ist.

Aus diesem Grund organisierten mehrere Gruppen der Anti-AKW- und Umweltbewegung am 26.04.2015 anlässlich des 29. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe eine Protest- und Kulturmeile am Atomkraftwerk Brokdorf. Denn auch dieses soll erst frühestens 2021 vom Netz gehen und stellt damit weiterhin eine Atommüll verursachende tickende Zeitbombe dar. Niemand kann ausschließen, dass sich ähnlich schlimme Ereignisse wie in der Ukraine oder Japan auch hierzulande zutragen.

Verschiedene Infostände waren direkt an der Atomanlage aufgebaut, von der Bühne erklangen teils kämpferische Reden und unterschiedliche Musikbeiträge. Unter anderem forderte man den selbsternannten "Energiewendeminister" Robert Habeck (Grüne) zur sofortigen Abschaltung Brokdorfs auf.
Mehrere Hundert Menschen beteiligten sich trotz eher nasskaltem Wetter an dieser Meile. Wir, die BI Kiel gegen Atomanlagen, organisierten einen Bus aus Kiel.

Angesichts der nach wie vor ungelösten Endlagerproblematik, der generellen Gefahr einer Atomkatastrophe in Deutschland oder anderswo und dem damit verbundenen mangelhaften Katastrophenschutz nach eben solchen atomaren Unfällen wäre eine deutlich größere Beteiligung an diesem Sonntag wünschenswert gewesen.
Im kommenden Jahr jähren sich Fukushima und Tschernobyl zum fünften bzw. 30. Mal. Es bleibt zu hoffen, dass sich anlässlich dieser Jahrestage ein weitaus größerer Protest formiert.

Fukushima und Tschernobyl sind schließlich überall!
veröffentlicht am 14.04.2015

Dem atomaren Zwischenlager Brunsbüttel ist die Betriebserlaubnis entzogen worden, weil die Genehmigungsbehörde nicht nachweisen kann, dass das Lager ausreichend vor terrroristichen Angriffen (und dem Absturz eines Grossflugzeuges, wie dem A380) geschützt ist. Das gilt faktisch für alle Zwischenlager in Deutschland – auch für die baugleiche Halle in Brokdorf.

Trotz fehlenden Entsorgungsnachweises produzieren die AKW weiter hochradioaktiven Müll, als gäbe es das Gerichtsurteil nicht. Und die Politik zieht nicht die Reißleine, sie lässt die Atomlobby weiter gewähren.

Das lassen wir uns nicht gefallen! Kein AKW der Welt ist sicher!

Weltweit gibt es kein einziges funktionierendes „Endlager“!

Der Betrieb des AKW Brokdorf ist überflüssig, weil in Deutschland mehr Strom produziert als verbraucht wird. Wir fordern das sofortige Ende der Atomenergie! Die Energiewende darf nicht ausgebremst werden.

Tschernobyl mahnt – AKW Brokdorf abschalten – nicht erst 2021, sondern JETZT.
 
Weitere Informationen sind hier zu finden!

Flugblätter zum Verteilen sowie Plakete können bei .ausgestrahlt bestellt werden. Oder gleich selber ausdrucken: Flyer // Plakat

Aus Anlass des 29. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe rufen wir für Sonntag, den 26.April 2015 ab vier vor zwölf zu einer Protest- und Kulturmeile rund um das AKW Brokdorf auf.

Abfahrt unseres Busses am Wilhelmplatz (Kiel) um 10:00 Uhr, Wiederankunft: Die genaue Zeit wird im Bus bekannt gegeben
Busfahrkarten für 10 Euro im Buchladen Zapata, Wilhelmplatz 6 oder - falls dann noch vorhanden - direkt am Abfahrtsort
veröffentlicht am 02.04.2014 



Die Bundesregierung will das AKW Brokdorf noch bis 2021 weiter betreiben. Das sind noch mehr als sieben Jahre, in denen
  • die Bevölkerung täglich dem Risiko einer Reaktorkatastrophe ausgesetzt wird.
  • ständig radioaktiver Müll produziert wird, für dessen dauerhafte sichere Lagerung es bis heute weltweit keine Lösung gibt.
  • tagtäglich Menschen und Umwelt mit einer erhöhten radioaktiven Belastung leben müssen.
  • der Transport von Brennstäben zur Bestückung des Reaktors die Sicherheit der Menschen an der Strecke und in Brokdorf gefährdet.
2013 wurden im AKW Brokdorf erneut plutoniumhaltige MOX-Brennstäbe eingesetzt. Dies erhöht das Risiko einer Katastrophe. Der Betrieb des AKW ist nicht erforderlich, weil in Deutschland inzwischen viel mehr Strom produziert als verbraucht wird. Statt die Energiewende auszubremsen fordern wir: Atomkraftwerke abschalten und die Erneuerbaren Energien fördern.
Brokdorf abschalten – der Wahnsinn muss ein Ende haben – nicht erst 2021, sondern JETZT.

Weitere Informationen sind hier zu finden!

Aus Anlass des 28. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe rufen wir für Samstag, den 26.April 2014 ab fünf vor zwölf zu einer Protest- und Kulturmeile rund um das AKW Brokdorf auf.

Abfahrt der Busse am Großparkplatz (Schönberg) um 8:30 Uhr
Abfahrt der Busse am Wilhelmplatz (Kiel) um 9:30 Uhr, Wiederankunft ca. 17:00 Uhr (in Kiel, dann weiter nach Schönberg)
Busfahrkarten für 10 Euro im Buchladen Zapata, Wilhelmplatz 6
veröffentlicht am 18.09.2013


E.ON Hanse Cup in Rendsburg - Die Forderung war klar: "e.off!"

Im vergangenen Jahr sorgten AtomkraftgegnerInnen beim E.ON Hanse Cup für Aufsehen, als sie - mit Anti-Atom-Sonne gekleidet - am Drachenboot Fun-Cup teilnahmen. Der kreative Protest auf dem Wasser wurde durch Flugblattverteilung auf dem Veranstaltungsgelände thematisch passend ergänzt. Das Anliegen der AktivistInnen: Die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen und Beendigung aller Sponsorentätigkeiten seitens E.ON bei diesem Ruderwettbewerb. Schließlich wird dieser alljährlich in Rendsburg stattfindende Cup zum größten Teil durch den Titelsponsor E.ON Hanse getragen. Dabei handelt es sich um den - laut Veranstalter - härtesten Rudermarathon der Welt und zugleich ein Familienfest für die Region. Jahr für Jahr zieht dieses Ereignis zahlreiche BesucherInnen an. Neben der Ruderregatta der internationalen Achter fand eben auch der besagte Drachenboot-Fun-Cup statt, an dem Vereine, Unternehmen und andere Gruppen teilnehmen können.

Erneut wollten die Anti-Atom AktivistInnen mit einem Boot vertreten sein, um auch in diesem Jahr ihre Forderung dem Publikum zu verdeutlichen. Wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn erteilte die Veranstaltungsleitung dem atomkraftkritischen Ruderboot eine klare Absage, schließlich würde es sich beim E.ON Hanse Cup um eine Sportveranstaltung handeln, die mit politischen Inhalten nichts zu tun hätte. Der Energieriese E.ON setzt damit ein eindeutiges Zeichen und symbolisiert der Anti-AKW-Bewegung, dass ihre Forderung nach einer echten Energiewende vom Konzern nicht mitgetragen wird. Man hatte also aus dem Protest des letzten Jahres entsprechende Konsequenzen gezogen und mochte nicht erneut das Risiko eingehen, dass die Besucherinnen und Besucher auf die Machenschaften des Energiekonzerns aufmerksam gemacht werden. Ohnehin ist es eine sehr fragwürdige Aussage, schließlich sind Sport und Politik selbstverständlich in gewisser Weise miteinander verstrickt.

Dies alleine war Grund genug, dass die Aktivistinnen und Aktivisten auch in diesem Jahr erneut vertreten waren. Ihren Infostand hatten sie unweit von der eigentlichen Veranstaltung zwischen den Parkplätzen mehrerer Lebensmitteldiscounter aufgebaut. Auf den Transparenten forderten sie beispielsweise den Stopp weltweiter Atomtransporte und die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks Brokdorf in Schleswig-Holstein, an dem E.ON mehrheitlich beteiligt ist. Neben der BI Kiel gegen Atomanlagen unterstützen auch einzelne AktivistInnen von Robin Wood den Protest. Die vorbeifahrenden Autos konnten so wieder einmal auf die Gefahren der Atomkraft und die unlauteren Handlungen von E.ON aufmerksam gemacht werden.

Konkret geht es dabei darum, dass E.ON alleine in Deutschland und Schweden an derzeit 17 Atomkraftwerken beteiligt ist, die täglich Atommüll produzieren, für den es weltweit kein geeignetes Endlager gibt. Dennoch will der Stromkonzern in Finnland und Großbritannien Milliardenbeträge in neue AKW investieren. Im finnländischen Pyhäjoki ist E.ON treibende Kraft beim geplanten AKW-Neubau und zugleich größter Investor. In Oldbury und Wylfa (Großbritannien) macht der Konzern mit RWE gemeinsame Geschäfte. Nicht nur durch die Investition in neue Anlagen will E.ON die Energiewende bewusst verschleppen, schließlich ist der Stromversorger bemüht, den deutschen Atomausstieg 2022 rückgängig zu machen. Gegen die Besteuerung des Atombrennstoffs Uran ist E.ON vor Gericht gezogen und hat nach der Katastrophe in Fukushima und der damit verbundenen Abschaltung von drei Atomkraftwerken für eine Entschädigung beim Bundesverfassungsgericht geklagt.
Und als wäre das noch nicht genug: Gleichzeitig ist der Energieriese Gesellschafter der Firma Urenco, die die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau betreibt. Beinahe wöchentlich rollen Urantransporte per LKW und Zug von und nach Gronau. Darüber hinaus verzeichnet der Konzern als Teilhaber der "Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS)" für das Betreiben und Erkunden der Atommüll-Lagerstätten Gorleben, Morsleben, Ahaus und Schacht Konrad Gewinne.
Außerdem hat der Versorger in vielen Regionen Deutschlands quasi eine Monopolstellung bei der Stromversorgung und vertreibt gleichzeitig über den Discounter "E wie einfach" seinen schmutzigen Strom. Schließlich setzte sich der Strommix 2010 aus 48 Prozent Atomstrom, 36 Prozent Kohle und 7 Prozent Erdöl/Gas zusammen. Zukunftsorientiert ist das jedenfalls nicht! Als größter privater Energiekonzern der Welt könnte E.ON seine Marktstellung nutzen und eine funktionierende Energiewende entschieden vorantreiben. Stattdessen wird lieber Geld mit Atomstrom verdient, der nicht nur die Umwelt belastet und nachfolgende Generationen vor die unlösbare Aufgabe der Endlagerung stellt, sondern auch  eine tägliche tickende Zeitbombe darstellt. Fukushima kann schließlich überall passieren! [1]

Alle diese Kritikpunkte sind in einem entsprechenden Flugblatt zusammengefasst, welches ein Teil der AktivistInnen bei der an das Veranstaltungsgelände grenzenden Schwebefähre verteilte. Auf diese Weise sollten ganz direkt die BesucherInnen darauf aufmerksam gemacht werden, was eigentlich wirklich hinter dem Hauptsponsor steckt. Auf der anderen Seite des Kanals rollten bei regnerischem Wetter zeitgleich AktivistInnen ein Transparent mit Aufschrift "Atomkraft - Schluss!" aus, welches vom Festgelände aus sehr gut zu lesen war. Ebenfalls verteilten Mitglieder der Fukushima Mahnwache Schönberg Flyer an die ZuschauerInnen, in welchen sie E.ON und die Ablehnung ihrer Teilnahme am Drachenbootrennen scharf kritisierten.

Die Reaktionen der Leute waren sehr unterschiedlich, wobei dem Großteil sichtlich egal war, wer diese Veranstaltung finanziell ermöglicht, schließlich würde es ja um die Sache als solches gehen und die sei nur durch so großzügige Mittel möglich. E.ON selbst ließ den Protest gewähren und stellte sich im sogenannten "Innovationszelt" lieber als verantwortungsbewussten und ökologischen Energieversorger dar - reines Greenwashing! Neben den Wettkämpfen hatte der Cup ansonsten nur ein paar Imbiss- und Verkaufsstände zu bieten, was insgesamt ein doch eher tristes Gesamtbild abgab.
Auf Nachfrage, ob der NDR auch Bilder des Protests gegen E.ON auf seiner Internetseite veröffentlichen würde, gab der Fotograf zu verstehen, dass man nur "fröhliche Menschen" aufnehmen möchte.
Einen Tag später - also am Sonntag, dem letzten Veranstaltungstag - war ein Teil der AktivistInnen erneut mit einem Infostand vertreten, um so abermals mit Flugblättern auf die unliebsame Verflechtung zwischen E.ON und dem Ruderwettkampf aufmerksam zu machen.
"Wir sehen uns beim 14. E.ON Hanse Cup vom 12.–14. September 2014." heißt es auf der Internetseite des E.ON Hanse Cups. Die ProtestlerInnen wird man dort ganz bestimmt wieder sehen - solange bis diese Veranstaltung ohne das schmutzig verdiente Geld von E.ON auskommt!

Quellen:
[1] Flyer: "Atomausstieg selber machen! E.ON kündigen - Jetzt zu Ökostrom wechseln!" (15.09.13 17:09)



[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]
Bildquellen (abgesehen von den Bildern 8+9): Pay Numrich
 veröffentlicht am 22.08.2013

Das AKW Brokdorf ist am 10.08.2013 vom Netz genommen worden, weil die planmäßige Revision der Anlage durchgeführt und Brennelemente gewechselt werden sollen. Diese Arbeiten werden etwa vier Wochen andauern, sodann soll das AKW wieder angefahren werden. Dazu ist eine Zustimmung des Ministeriums als zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde erforderlich.

Sowohl der Betreiber als auch die Aufsichtsbehörde sind gehalten, zu jeder Zeit auf Vorsorgedefizite sicherheitsgerichtet zu reagieren. Das Atomkraftwerk Brokdorf entspricht in vielfacher Hinsicht derzeit nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik. Es sind in jüngster Zeit gravierende Mängel offenkundig geworden, die zunächst ausgeräumt werden müssen, bevor einem „Wiederanfahren“ zugestimmt werden kann, falls nicht sogar die Genehmigung aufgrund der Defizite zu widerrufen ist.

Es liegt auf der Hand, dass alle erforderlichen Vorsorgemaßnahmen verschiedener Gremien bis zum Abschluss der diesjährigen Revision nicht durchgeführt sein werden. Daher darf das AKW Brokdorf nicht wieder in Betrieb gehen, fordert Karsten Hinrichsen von der Anti-Atomkraft Initiative Brokdorf Akut.
Er hat einen Antrag an das "Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume" sowie eine detaillierte Begründung des Antrags auf Nichtzustimmung zum Wiederanfahren des Atomkraftwerks Brokdorf ausformuliert.

Der Antrag wird bereits von diversen Umweltschutz- und Anti-AKW-Gruppierungen mitgetragen und soll am Montag, dem 26.08.2013, zwischen 13:00 - 13:15 Uhr vor dem Landeshaus an Umweltminister Robert Habeck übergeben werden.
Auch die BI Kiel gegen Atomanlagen unterstützt die Forderung von Karsten Hinrichsen und wird sich an der  medialen Übergabe des Antrags aktiv beteiligen.

Brokdorf darf nicht erst 2021 vom Netz gehen, sondern muss das Atomkraft sofort abgeschaltet werden!

[1] Antrag an das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
[2] Detaillierte Begründung des Antrags auf Nichtzustimmung zum Wiederanfahren des AKW Brokdorf
veröffentlicht am 17.06.2013


Verkleidet mit Schutzanzügen machten die AktivistInnen auf den katastrophalen Katastrophenschutz aufmerksam.

Anlässlich einer bundesweiten Aktionswoche zum Thema Katastrophenschutz fanden zwischen den 08. und 15. Juni eine Mahnwache und ein Infostand von der BI Kiel gegen Atomanlagen statt. Im Rahmen dessen wurden Informationsflyer verteilt, die abermals auf den mangelhaften Katastrophenschutz aufmerksam machten.

Speziell geht es hierbei darum, dass uns die Bundesregierung und diverse Massenmedien seit der Katastrophe in Fukushima weis machen wollen, dass Deutschland endgültig aus der Atomenergie aussteigen wird. Weiterhin sind jedoch neun strahlende Reaktoren bis zu 10 weitere Jahre am Netz, der Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen und Exporte der Technik finden sogar unbegrenzt darüber hinaus statt. In dieser Zeit produzieren die Atomkraftwerke weiter große Mengen an radioaktivem Müll und stellen eine tickende Zeitbombe dar. Jeden Tag kann die Katastrophe passieren. Im Falle eines Super-GAU ständen wir vermutlich vor einer unlösbaren Tragödie, von der weitaus mehr Menschen betroffen wären, als aktuell angenommen wird. Behörden und AKW-Betreiber spielen die Gefahren herunter und behaupten, dass Berge von Jodtabletten sowie etliche Notfallpläne vollkommen ausreichend seien. Allerdings gibt es lediglich Sonderkatastrophenschutzpläne für eine Zone von 25 Kilometern um jedes Atomkraftwerk, obwohl bei einem Super-GAU 170 Kilometer von einem Reaktor entfernte Gebiete ebenfalls unbewohnbar sein können. Je nach Wetter und Menge der freigesetzten Radioaktivität kann diese Zahl sogar noch größer ausfallen. Millionen von Menschen müssten fliehen, zumal weiterhin anzuzweifeln bleibt, dass die Katastrophenschutzpläne einen ernsthaften Beitrag zur Beherrschung der Folgen leisten könnten. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellte in einer Studie fest, dass der Katastrophenschutz auf ein solches Schadensmaß nicht vorbereitet ist. Das AKW Brokdorf soll noch bis 2021 in Betrieb bleiben. Selbst wenn höchste Sicherheitsmaßnahmen versprochen werden, ist das AKW Brokdorf - wie alle anderen Atomkraftwerke auch - nicht gegen Flugzeugabstürze und terroristische Anschläge geschützt. Atomkraftwerke stellen also stets ein potentielles Angriffsziel dar.
Auch der Frachterbrand im Hamburger Hafen oder das Hochwasser um das AKW Krümmel zeigen einmal mehr, dass eine atomare Katastrophe jederzeit eintreten kann und bis dato getroffene Schutzmaßnahmen vollkommen unzureichend sind.

Wir fordern die sofortige Stilllegung aller weltweit betriebenen Atomanlagen und damit verbundener Atomtransporte, damit wir ähnliche Szenarien wie in Fukushima oder Tschernobyl nicht nochmals miterleben müssen!
veröffentlicht am 22.04.2013


"Endlich mal abschalten!" lautete das Motto der ProtestlerInnen am AKW Brokdorf.

Von der Bühne ist Musik zu hören, an den Infoständen wird angeregt diskutiert, ein Jongleur unterhält eine große um ihn versammelte Menschentraube und Robin Wood bietet Schnupperkettern an.
Die anlässlich des 27. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl stattfindende Protest- und Kulturmeile um das Atomkraftwerk Brokdorf hat bei bestem Wetter viel zu bieten.

Rund 1500 Menschen sowie diverse Organisationen haben sich an diesem Sonntagmittag versammelt. Sie wollen ein Zeichen setzen - für die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen. Es ist dieses Mal eine ganz andere Form des Protests. Ruhiger kommt die Veranstaltung trotz alledem nicht daher, schließlich sind verschiedene Redebeiträge zu hören. Die RednerInnen empören sich lautstark über die bewusst verschleppte Energiewende, nehmen die Lügen der Atomlobby auseinander und fordern die sofortige Abschaltung aller Atomanlagen.

Die vergleichsweise viel zu geringe Beteiligung unterstreicht einmal mehr, dass das Interesse an diesem Thema innerhalb der Bevölkerung stark gesunken ist und sich die Mehrheit auf dem "Ausstiegs"gesetz der schwarz-gelben Bundesregierung ausruht. Das ist fatal: erst 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Solange stellt jedes Atomkraftwerk eine tickende Zeitbombe dar. Jeden Tag wird neuer Atommüll produziert, ohne dass der Zeitpunkt der Errichtung eines akzeptablen Endlagers auch nur halbwegs absehbar wäre. Tschernobyl und Fukushima sollten uns eigentlich gezeigt haben, dass es auch in Deutschland täglich zur Atomkatastrophe kommen könnte.

Auch die Grünen haben dem genannten Gesetz der Bundesregierung zugestimmt, Umweltminister Habeck hat eine sofortige Abschaltung Brokdorfs klar verneint und auch sonst sind bei den Grünen keine Bestrebungen zu erkennen, 2017 - also dem einstigen Ausstiegsdatum der Partei - die Atomanlagen endgültig abschalten zu wollen. Umso schlimmer scheint es, dass ausgerechnet diese mit ihrem Stand den Anfang der Protest- und Kulturmeile gebildet hat.

Rund 2500 Menschen kamen zeitgleich in Grafenrheinfeld zusammen. Darunter viele Menschen mit Fahrrad, Transparenten und Fahnen. Auch hier gab es neben Reden, zahlreiche kulturelle Angebote für Kinder und Erwachsene. Des Weiteren haben am gleichen Tag - teils angekettet - AktivistInnen gegen den Einbau von plutoniumhaltigen Mox-Brennelementen die Hauptzufahrt zum Atomkraftwerk Grohnde blockiert.

Die BI Kiel gegen Atomanlagen beteiligte sich ebenfalls mit zwei Bussen an der Aktion um das Atomkraftwerk Brokdorf.

                 
[Bitte die Bilder anklicken, um eine größere Ansicht zu erhalten]
veröffentlicht am 17.03.2013

TSCHERNOBYL 1986 - FUKUSHIMA 2011 - BROKDORF 20XX ? - AKW Brokdorf abschalten – jetzt!

Kaum ein Atomkraftwerk ist auf so unheilvolle Weise mit der Katastrophe von Tschernobyl verknüpft wie das in Brokdorf: Während das eine 1986 explodierte, ging das andere wenige Monate später ans Netz....

Seit Betriebsbeginn hat es im Atomkraftwerk Brokdorf 218 Störfälle gegeben. Mit dem Alter der Anlage häufen sich diese Störfälle und werden gefährlicher; sie stellt eine tickende Zeitbombe dar!

Das Atomkraftwerk Brokdorf ist längst abgeschrieben, das heißt, mit jedem Monat längerer Laufzeit verdienen die Energiekonzerne Vattenfall und EON Millionen von Euro. Die Landesregierung verteidigt diese Interessen der Konzerne mit der uralten Lüge, dass mit dem Abschalten der Atomkraftwerke die Lichter ausgehen. Originalton des grünen „Energiewendeministers“ Robert Habeck: „Das AKW Brokdorf ist notwendig, um die Netzstabilität zu gewährleisten und die Stromsenken auszugleichen, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht“.

Dabei hat Deutschland 2012 den Höchststand beim Stromexport von über 20 Milliarden kWh erzielt und ist damit Vizeweltmeister. Für die Stromerzeugung in Norddeutschland sind wir auf das AKW Brokdorf nicht angewiesen, sofortiges Abschalten des AKW wird nicht zum Blackout führen. Es gibt kein sicheres Lager für den hochgiftigen radioaktiven Abfall. Dennoch wird Tag für Tag in Brokdorf und anderen Atomanlagen das unlösbare Atommüllproblem für uns, unsere Kinder und Kindeskinder vergrößert.

Wir wissen, was wäre wenn....nämlich, dass bei einem GAU im AKW Brokdorf weite Teile Norddeutschlands für Jahrtausende unbewohnbar würden. Eine Evakuierung insbesondere des Ballungsraumes um die Metropole Hamburg wäre unmöglich. Anstatt das AKW abzuschalten, steckt die Landesregierung die rot-grünen Köpfe in den Sand. Es gibt keine Sicherheit bei Reaktorkatastrophen.

Deshalb fordern wir die schleswig-holsteinische Landesregierung auf, das AKW Brokdorf sofort stillzulegen!

Aus Anlass des 27. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe rufen wir für Sonntag, den 21.April 2013 ab fünf vor zwölf zu einer Protest- und Kulturmeile rund um das AKW Brokdorf auf.

Busfahrkarten für 10 Euro im Buchladen Zapata, Wilhelmplatz 6
Abfahrt der Busse am Wilhelmplatz um 10:00 Uhr, Wiederankunft ca. 17:00 Uhr
veröffentlicht am 17.01.2013

Bitte auf die Grafiken klicken, um eine größere Ansicht zu erhalten!

Jahresrückblick 2012

Eingestellt von Thorge Ott On 13:34 0 Kommentare
veröffentlicht am 21.12.2012

Das Jahr 2012 neigt sich langsam dem Ende zu und auch in diesem Jahr haben wir uns wieder entschieden für eine Gesellschaft ohne Atomanlagen eingesetzt. Auch in 2013 freuen wir uns stets über tatkräftige Unterstützung bei den Montagsmahnwachen und mobilen Aktionen. Jede/r kann bei uns mitmachen - bitte einfach die Termine beachten!
 
Die wichtigsten Ereignisse haben wir in einem kurzen Jahresrückblick zusammengefasst:


Mahnwachen 
Bereits seit Dezember 2010 finden jeden Montag von 18 bis 19 Uhr unsere Kieler Mahnwachen gegen Atomanlagen statt. Im Jahr 2012 wurden sie 50 mal durchgeführt, wobei wir im ersten Halbjahr jedes zweite Mal an einer Brücke unsere Transparente "Atomkraft Schluss!" und "Fukushima ist überall - AKWs jetzt abschalten!" aufspannten, z.B. an der Brücke am Winterbeker Weg (Plaza), Hörnklappbrücke oder Kunsthallenbrücke.

Landtag und Sozialministerium 
Im Januar und Dezember nahmen wir mit zahlreichen Aktiven an Gesprächen mit der Reaktoraufsicht im Kieler Sozialministerium teil. Vor den Koalitionsverhandlungen des Kieler Landtages führten wir im Mai mit verschiedenen Parteien Gespräche über unsere Forderungen zum Atomausstieg.

Regionalkonferenzen
Im Februar lud .ausgestrahlt zu einer Regionalkonferenz zum Thema Atomkraft in die Pumpe ein. Unsere Gruppe bereitete danach eine weitere Regionalkonferenz für den August vor, bei der in verschiedenen Arbeitsgruppen die aktuellen Probleme beim Atomausstieg besprochen wurden.


Bildquelle: © Eisenkrätzer - Kieler Nachrichten
Jahrestag der Fukushima-Katastrophe am 11. März 
Für den Tag vor dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Fukushima organisierten wir in Kiel eine Demonstration gegen Atomkraft. Obwohl sich daran "nur" 750 Menschen beteiligten, waren wir mit der Resonanz zufrieden. Am 11. März fuhren wir dann von Kiel aus mit 2 Bussen zur großen landesweiten Demonstration zum Atomkraftwerk Brokdorf.


Gorleben-Blockade 
Sehr gelungen war unsere Wochenendblockade des geplanten End(los)lagers in Gorleben. Im Rahmen der Aktion Gorleben 365, wonach an möglichst vielen Tagen die Zufahrtsstraßen zum geplanten End(los)lager blockiert werden sollten, hatten wir uns das Wochenende 9. / 10. Juni für unsere Kieler Blockade ausgesucht. Wir wurden am Samstag noch von vielen Anwohnern unterstützt und dann gelang es uns beim frühmorgendlichen Personalwechsel die ankommenden Autos und kurz darauf die wegfahrenden Autos mit einer schnellen Sitzblockade zu stoppen. Die Unterstützung durch eine Kampagnen-Beauftragte war bei unserer Aktion wieder hervorragend, wie wir es beim Anti-Atomkraft-Widerstand im Wendland schon kennen.


Kieler Woche 
Während der Kieler Woche fuhren wir mit einem Segelboot mit Transparent "HDW - offizieller Atomkriegsausstatter" zwischen Kiellinie und der HDW-Werft auf und ab. Wir protestierten damit gegen den U-Boote-Bau für Israel. Weitere Segelschiff-Aktionen fanden auch nach der Kieler Woche gegen die Atomtransporte durch die von der Stena-Line übernommenen Scandlines-Fähren statt.


Schönberger Fukushima-Mahnwache 
Dreimal trafen wir uns mit der Schönberger Fukushima-Mahnwahe, um das gemeinsame Vorgehen abzusprechen. So beteiligten sich unsere beiden Gruppen am E.ON-Hanse-Cup Ende September in Rendsburg auf dem Nord-Ostsee-Kanal beim Drachenboot-Rennen. Auffallend mit bunten Anti-Atomkraft-Utensilien bekleidet, paddelten wir mit anderen Gruppen um die Wette und verteilten an Land 700 Flyer gegen den Atombetreiber E.ON. Wir forderten E.OFF!

Filme 
Mehrfach zeigten wir in Kiel im Jahr 2012 Filme über Atomkraft. Bereits im März gab es eine Ur-Aufführung des Filmes "Das Ding am Deich" (er handelt vom Widerstand gegen das AKW Brokdorf). Diese Aufführung fand mit den Filmemachern und allen im Film gezeigten Zeitzeugen statt. Eine weitere Aufführung im August lief ebenfalls vor einem großen Publikum und mit einer anschließenden Diskussion in der Pumpe. Ein weiterer Film wurde Ende Oktober mehrfach in Kiel, aber auch in Eckernförde, gezeigt. Es war der Film "Friedlich in die Katastrphe" von Holger Strohm, der bereits 1981 das gleichnamige Buch über die Gefahren von Atomkraftwerken und Atomanlagen gerausgegeben hatte, das damals zu dem Standardwerk der Atomkraftgegner wurde.

Konferenzen 
Im Februar beteiligten wir uns an der Uran-Konferenz in Münster und Ende Oktober fuhren wir mit mehreren Mitgliedern der Kieler BI gegen Atomanlagen nach Berlin zur Herbstkonferenz der Anti-Atomkraftgruppen.


Katastrophenschutz-Aktionswoche
Anfang November klärten wir bei einer Aktionswoche mit mehreren Informationsständen in der Kieler Fußgängerzone die Bevölkerung über den nicht durchführbaren Katastrophenschutz für das Atomkraftwerk Brokdorf auf mit unserer Forderung, Brokdorf deshalb sofort abzuschalten.

MOX - Transporte nach Grohnde 
2012 gab es zwar keinen Atommüll-Transport ins Zwischenlager nach Gorleben, dafür aber mehrere Transporte aus der englischen "Wiederaufbereitungsanlage" in Sellafield mit plutoniumhaltigen MOX-Brennstäben ins niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln an der Weser. Diese Transporte wurden schon im Hafen von Nordenham, aber auch vor dem Atomkraftwerk Grohnde, behindert. Wir beteiligten uns an den Protesten.

GKSS
Mehrfach waren wir bei Veranstaltungen zur GKSS (Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schifffahrt GmbH) in Geesthacht. In der GKSS (neben dem AKW Krümmel gelegen) hatte es im September 1986 einen Brand gegeben, bei dem die radioaktiven Telchen freigesetzt wurden, die für die hohe Zahl von Leukämie-Erkrankungen bei Kindern in der Elbmarsch verantwortlich sind.

Nächste Termine:

  • 11.3.19 8.Fukushima-Jahrestag

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